Asperger Autismus – Was macht die Diagnose mit einem?

Wenn man sich selbst nicht mehr kennt. Viele Autisten haben das Gefühl, sich selbst fremd zu sein. Das ist keine Seltenheit sondern eine Folge der Anpassung. Man durchläuft eine Phase des neu ordnen. Was war die Anpassung? Was war echte Überforderung? Was war ein echtes ich? Welche Freundschaften waren echt? Wurde ich nur akzeptiert wie ich mich angepasst habe? Zum ersten Mal ergibt vieles Sinn und das eigene Leben wirkt wie ein Mosaik, das sich Stück für Stück neu zusammensetzt. Viele erkennen, wie lange sie funktionieren mussten, um akzeptiert zu werden und wie selbstverständlich diese Anpassung über die Jahre geworden ist. Viele verstehen auch, warum sie als Kinder noch mutiger oder rebellischer waren und später ruhiger wurden, weil Abweichung nicht sicher war.

Mit der Diagnose entsteht zum ersten Mal Raum für Selbstmitgefühl. Man darf sich entfalten, neu kennenlernen und langsam ausprobieren, was im Alltag wirklich gut tut. Es muss nichts abrupt verändert werden. Ein langsamer Prozess kann sicherer sein und mehr Stabilität geben. Viele finden in dieser Zeit ein Ich, das vorher keinen Platz hatte und jetzt langsam sichtbar werden darf. Den Verständnis hört nicht bei der Diagnose auf, sondern fängt dort erst an.

Leider immer noch in vielen Familien Realität, wenn man nicht darüber spricht fällt es vielleicht nicht auf. Aber genau das hilft einem Asperger Autisten am wenigsten!

Asperger Autismus – das unsichtbare anders sein

Manchmal fühlt es sich an als wäre man da aber nicht dabei, man versteht und beobachtet, man spürt und fragt sich ganz leise warum das so anstrengend ist. Diese ständige Erschöpfung kommt nicht vom Autismus selbst sondern vom ständigen Aushalten und dabei möchte man doch einfach dazugehören ohne sich selbst dabei zu verlieren. Sie sind nicht wählerisch sondern bewusst in ihren Entscheidungen. Sie sind nicht eigenartig sondern einzigartig. Sie sind auch nicht empfindlich sondern sehr feinfühlig. Sie sind nicht schwierig, sie sind ehrlich und echt. Sie brauchen kein Urteil, sondern echtes Verstehen.

Anpassung ist für einen Autisten keine Stärke es ist das pure Überleben in der lauten Welt.  Wenn du meinen Rückzug als Schwäche siehst, hast du ein falsches Bild da es für mich Heilung bedeutet.

Diese ganzen positiven und wahrscheinlich auch nett gemeinten Komplimente lösen Stress aus. Ein Autist kann auf ein Kompliment nicht angemessen reagieren, weil diese Worte für ihn mit Erwartungen verbunden sind. Es führt zu einer Überforderung, da sie nicht wissen was sie sagen oder fühlen sollen. Das Lob wird gar nicht richtig wahrgenommen, weil die emotionale Bedeutung nicht richtig verstanden wird und der Fokus auf den Fakten liegt. Und wenn dann ein Autist ehrlich reagiert und einen Satz sagt wie: „Ich weiß nicht wie ich reagieren soll, aber ich freue mich darüber.“ Wird er meistens als unfreundlich wahrgenommen. Sich auch mit anderen zu vergleichen hat keinen Sinn, denn niemand lebt den selben Autismus, dieselbe Geschichte und dieselben Voraussetzungen.  Viele Autisten verlieren sich nicht weil sie sich verändern wollen, sondern wie die Umwelt sie ständig verändern will.  Du bist zu viel, Du bist zu wenig, Du musst Dich anpassen, sprich anders, reagiere normal. Identitätsveränderung wird oft zu Identitätsverlust, weil wir uns kleiner machen als wir sind nur um nicht ständig anzuecken.

Speziell anders – der Podcast von Familie Alltagswahnsinnhoch2

seit gespannt was alles passieren wird, Familie Alltagswahnsinn geht neue Wege. Jeden Freitag um 18 Uhr wird eine neue Folge veröffentlicht

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