kurz mal nach Kos

Kos ist nach Rhodos die bekannteste griechische Insel. Die 40 Kilometer lange und 8 Kilometer breite Insel hat eine Gesamtfläche von etwa 290 km² und ist nur 4 Kilometer von der Küste von Bodrum (Türkei) entfernt. Auf die kleine Insel Kos inmitten der tiefblauen Ägäis bin ich besonders durch zahlreiche Schwärmereien im Bekanntenkreis aufmerksam und neugierig geworden und natürlich weil es eine Überraschung sein sollte und wir mal sehen wollten was Oma und Opa so im Urlaub machen. Mit ziemlich viel Verspätung sind wir dann in der Nacht auf Kos gelandet. Das mit dem Mietwagen hat super funktioniert, nun mußten wir nur noch das Hotel finden?! Nach einer kleinen Irrfahrt im „gefühlten Nirvana“ haben wir unsere Unterkunft gefunden. Am nächsten Morgen konnten wir uns dann einen ersten Eindruck verschaffen. Die Baukunst beschränkt sich auf ausschließlich, auf mehr oder weniger ferstiggestellte Betongebilde, die geschmacklos auf die vertrocknete Steppe geknallt wurden. Von zwei- bis achtgeschossig ist alles dabei.

Marmari, unser Ferienort ist ein künstlicher Retortenort entlang einer Stichstraße, die bis zum Strand führt. Außerhalb der Saison lebt hier niemand, dann ist Marmari ausgestorben. Tavernen, Klimbimselläden und Bars, allesamt in Betonhäusern bieten den perfekten Pauschalurlaub-Mix. Tavernen haben meistens einen großen Außen-Restaurantbereich, der an der Hauptstrasse ausgerichtet ist. Von dem wunderschönen griechischem Kos-Flair ist zwischen den knatternden Rollern, stinkenden Diesel-LKWs und unzähligen Touristenbussen nichts zu finden. Bunte billig gemachte Leuchtreklamen locken mit Schnitzeln von Mama gebraten.

Die Hotelanlage Caravia Beach ist wunderschön mit allem, was mach braucht, oder auch nicht. Allinklusive ist der Standard. Wer reinen Badeurlaub möchte ist hier ideal aufgehoben. Von Marmari Beach aus erstreckt sich eine nicht enden wollende Kette an Strandliegen mit Sonnenschirmen in beide Richtungen bis zum Horizont. Teilwiese in Vierer- und Fünferreihen. So sieht man dummerweise von dem schönsten Strand nicht mehr viel. Das Meer ist allerdings richtig schön, es fällt anfangs nur leicht ab, ist glasklar und schimmert in wundervollen Farben. Anfangs etwas kühl wirkend, ist es ein herrlicher Ort, die sommerlichen Lufttemperaturen, sogar noch im September zu ertragen. Das Salzwasser trägt so gut, daß man kaum wirklich schwimmen muss.

Mein Fazit: Kos ist nicht als typisch griechische Insel zu bezeichnen. Wer von anderen griechischen Inseln verwöhnt und von teils klischeehaften griechischen Postkartenmotiven inspiriert nach Kos fliegt, wird erstmal eine Enttäuschung wegstecken müssen. Aufgrund der geringen Größe konzentrieren sich die zahlreichen Touristen auf wenige Punkte der Insel, sprich Attraktionen und Sehenswürdigkeiten. Einsame und ursprüngliche Flecken, Dörfer und Strände gibt es ebenso wenig, wie ein typisch griechisches Feeling. Viele Touristenorte sind in den 80er künstlich geschaffene Beton-Orte und decken alle Anforderungen des modernen Pauschalurlaubes ab. So gesehen ist Kos empfehlenswert für all die Urlauber, die auf kurzen Wegen Strand, Meer, Poolbar, Cocktailbar, deutsches Essen und eine große Anzahl an Andenken- und Krimskramslädchen suchen. Verbunden mit einem guten Mehr-Sterne-Hotel in direkter Strandnähe bleiben da kaum Wünsche offen. So gesehen könnte ein Ort namens Marmari auch genauso gut in Spanien, der Türkei oder Italien liegen.

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