Weihnachten is comming & alle drehen durch…

Bei von Nazareths ist Weihnachten immer ganz cool. Das Baby liegt seelenruhig in der Krippe und tut, was es tun soll: schlafen. Maria quält sich nicht mit Selbstverwirklichungsphantasien, sondern ist froh, dass sie ein Dach über dem Kopf hat und einfach Mutter sein kann. Josef kümmert sich um sein Familchen und begrüßt artig die Hirten. Kein Streit, keine lauten Verwandten, keine unlösbaren Konflikte: Ein himmlisches Weihnachten, sozusagen.

Ganz anders die Situation 2019 Jahre später. Da sitzen Menschen unter dem Tannenbaum, die sich ansonsten erfolgreich aus dem Weg gehen, aber am 24. Dezember genötigt werden, sich selbst, ihre Geschichte und die der anderen in ein stickiges Wohnzimmer zu pressen und zu hoffen, dass keine emotionale Bombe hochgeht.

Da werden Augen gerollt, Stiefmütter verflucht und Stresshormone ausgeschüttet. Man begleicht alte Rechnungen, streitet ums Erbe und wird in den Strudel unschöner Familiendynamiken gerissen. Manchmal bleibt es bei einem heimlichen Stutenbiss  oder einem versteckten Rippenstoß. Wenn es schlecht läuft, eskaliert die Situation – manchmal so sehr, dass nur noch ein geordneter Rückzug hilft.

Und das fängt schon lange vor Weihnachten an….. Pünktlich mit der Zeitumstellung auf Winter wird der Schalter im Kopf auf Wahnsinn umgelegt, der Grinch darf endlich herraus.

Weihnachten ist seit Jahrhunderten eine große Sache. Der Rückzug ins Private nach dem Kirchenbesuch, die Symbole, die Rituale – ein Fest des Stetigen, Immergleichen, Unverrückbaren. Im neuen Jahrtausend gesellt sich zu den alten Klischees die neue Sehnsucht nach Aufgehobensein, Entschleunigung, Instant-Chillen für zwei Tage.

„Die Erwartungen an Weihnachten sind riesig“ „Nähe, Harmonie, Exklusivität – alles, was man sonst nicht hat, soll jetzt stattfinden. Vor allem Anerkennung!“ Nur allzu oft verkehren sich dieser Anspruch aber ins Gegenteil. „Die Überhöhung führt zur Überforderung.“ Sollte man also einfach nur konsequent die Ansprüche runterschrauben? „Ja Sicher, aber meistens sind die Erwartungen größer als der Verstand.“

Weihnachtsvorbereitungen stressen, und das tun sie selbst bei generalstabsmäßiger Vorbereitung. Wenig überraschend: Vor allem Frauen geht der Trubel vor den Feiertagen ordentlich auf die Nerven – was vor allem daran liegt, dass sie in der Regel noch immer diejenigen sind, die Geschenke kaufen, kochen, backen und die Kinder bei Laune halten. Gern auch neben dem Job. „Die meisten sind schon gestresst, bevor es überhaupt losgeht“.

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