
4 Tage war Familie Alltagswahsinn der katalanische Metropole. Die pulsierende Stadt am Mittelmeer mit ca 1,6 Millionen Einwohnern, in den Sommermonaten sind es bestimmt ein Viertel mehr. Ich nehme Euch gerne mit auf die kleine Reise, von Altstadt, Sonnenstrahlen genießen am Strand und ganz viel architektonische Kultur.
Für mich gehört Barcelona zu einer der schönsten Städten, die ich bisher gesehen habe, auch wenn es einige Dinge gibt, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Im Sommer (bedeutet noch bis weit in den September hinein) ist sie sehr voll. Dies nimmt ihr natürlich nichts an ihrer Schönheit und Einzigartigkeit, aber jedem Besucher sollte bewusst sein, dass er nicht der einzige Tourist vor Ort sein wird. Die Metropole ist bei Reisenden aus ganz Europa belebt. An jeder Ecke hört man Deutsch, Französisch, Russisch oder Schwedisch. Ebenso zieht es auch viele Spanier aus allen Ecken des Landes in die katalanische Hauptstadt.
Fast alle größeren Straßen enden an der Hafen- bzw. Strandpromenade oder führen an ihr vorbei. Besonders den Hafen habe ich als einen sehr netten Ort wahr genommen. Der Ort ist sehr kontrastreich. Auf der einen Seite befinden sich jede Menge historische Gebäude an den Ufern, aber auf der anderen Seite vermitteln die neuen Stege und Brücken und ein großes Einkaufszentrum, sowie weitere Attraktionen einen beinahe futuristischen Eindruck. Auf fast 5 Kilometern Länge könnt ihr euch an den Standstränden einen geeigneten Platz aussuchen um zu entspannen. Die Strände sind sauber und dafür, dass man sich mitten in einer Großstadt befindet sehr ruhig. Es war wirklich sehr gut möglich sich zu entspannen. Die Infrastruktur der Strände ist sehr gut. Überall gibt es kostenlose Duschen und Toiletten, sowie Restaurants und Kioske.

Die Rambla ist die Touristen-Straße Nr.1. Ganz egal ob man um 9 Uhr morgens oder 23 Uhr Abends an ihr entlang geht, es ist stets proppenvoll. Ob einem dieser Flair gefällt, ist einem selbst überlassen und auch ich bin sehr zwiegespalten. Auf der einen Seite steckt das Lebendige sehr an. Viele Menschen aus allen möglichen Nationen finden sich zusammen, essen, trinken und gehen Shoppen. Auf der anderen Seiten führt gerade dieser Teil der Stadt vor Augen, was der Massen-Tourismus aus einem Viertel machen kann. An der Straße befinden sich jede Menge schöne und einzigartige Gebäude, die nun allerdings von McDonald’s und den unzähligen Souvenir-Shops in Beschlag genommen wurden. Aus meiner Sicht ist es leider zu viel des Guten. Back to the roots, wäre für mich hier angebracht. Obwohl ich so über die Rambla denke, wohnte ich direkt neben ihr, ging an ihr essen und sogar einkaufen. In gewisser Weise zieht es einen also doch in den Trubel dieses geschäftigen Lebens. Wie gesagt: gemischte Gefühle. Ein Besuch ist Pflicht, aber danach bleibt jedem selbst überlassen, was er draus macht.
Wenn ihr den Hafen erreicht, seht ihr wahrscheinlich schon auf den ersten Blick die riesigen Türme der Seilbahn, welche sich vom Hafen auf den Stadtberg Montjuïc‘ bewegt. Statt einer einzelnen Fahrt kann man auch eine Rundreise buchen. Die ist dann günstiger als zwei einzelne Fahrten. Wir entschlossen uns jedoch dazu, den Berg allein mit dem Auto zu erklimmen. Dies ist in der Tat kein Problem. Innerhalb von 10-15 Minuten ist man wieder in der Stadt. An der Haltestelle am Montjuic‘ angekommen, gelangt man zu einem Park und einem sehr luxuriösen Hotel, welches direkt am Hang liegt. Es ist ebenfalls möglich mit einer Seilbahn weiter Richtung Gipfel zu fahren, wir entschlossen uns allerdings dazu weiter mit dem Auto zu fahren. Als Fazit kann ich nur sagen, der Blick war es definitiv wert!
Die Sagrada Familia ist das wohl bekannteste Bauwerk der Stadt. Die Kirche des berühmten Architekten Antoni Gaudí ist mehr als beeindruckend. Beinahe aus jeder erhöhten Stelle in der Stadt lässt sich ein Blick auf den Koloss erhaschen. Bereits von außen ist das Meisterwerk mehr als beeindruckend. Das Zusammenspiel von Formen, Licht und Farben machen das Innere aber zum wahren architektonischen Highlight. Die Atmosphäre und Akkustik ist phantastisch. Ein Ort an dem man gerne einige Stunden verbringen würde.
Allerdings gilt auch hier: Die Sagrada Familia ist Touristenziel Nr. 1. Es ist so gut wie unmöglich einen Tag zu erwischen, an dem sich nur wenige Touristen vor der Kirche tummeln. Dies nimmt dem ganzen Gefühl leider einmal mehr die Einzigartigkeit. Wer plant sie zu besuchen, sollte definitiv Tickets im Internet vorbestellen. Dies spart Wartezeiten von bis zu 3 Stunden.
Für den Park Güell gilt so ziemlich dasselbe wie für die Sagrada Familia, die ich weiter oben beschrieben habe. Der Park ist wunderschön, allerdings total überlaufen. Man erreicht den Park am Besten über die Metro-Station Vallcarca. Bereits nach wenigen Metern erreicht man die im Freien erbauten Rolltreppen, die durch die Gassen hinauf zum Park führen. Allein hieran sieht man natürlich, dass der Park mittlerweile als reine touristische Attraktion gilt.
Das Kloster ist schon von weitem sichtbar und liegt in einer fantastischen Felslandschaft, in einem wuchtigen Felsmassiv, ca. 40 km nordwestlich von Barcelona.
Oben angekommen, trauen wir zunächst unseren Augen nicht. Es ist 10.30 Uhr und wimmelt vor Menschen. Das Ganze ist eine riesige Anlage, eine Ansammlung von Profanem und Heiligen: Läden, Restaurants und Hotels scheinen auf den ersten Blick wichtiger als die Basilika und das Kloster. Aber der erste Blick täuscht: eine unübersehbare Schlange von Menschen steht stundenlang an, um einen Blick auf die dunkle Madonna zu erhaschen, deretwegen das Kloster der zweitwichtigste Wallfahrtsort Spaniens ist. Auch die Basilika zu betreten, war uns nicht möglich, da sich dort Taussende von Menschen drängten.
Der Spaziergang durch das Olympiagelände der Spiele von 1992 zeigt die Vergänglichkeit solcher Ereignisse und Bauten. Das Stadion muss schon renoviert werden, überall nagt der Rost und Zahn der Zeit, vom Glanz der 3 olympischen Wochen bleiben bald nur Ruinen, wenn man nicht aufpasst. Und aus dem impulsanten Hauptgebäude ist eine Veranstaltungsarena geworden.
Was bleibt, ist die Erinnerung an eine tolle Stadt: jung, lebendig, farben- und sinnenfroh, laut und lebenslustig. Eine gelungene Symbiose zwischen Alt und Neu, zwischen Wirtschaft, Kultur und Sport, eine Melange vieler Völker und Rassen – ein friedliches, fröhliches Nebeneinander, Leben und Leben lassen. Man sollte Barcelona jedoch besuchen wenn man Jung ist, da es kaum Sitzmöglichkeiten für ältere Menschen gibt und die Reise dann durchaus nicht nur schön sondern auch schön anstrengend sein kann.
Kosten Unterkunft: 849 Euro
Flugkosten: 560 Euro
Sehenswürdigkeiten: 220 Euro
Verpflegung: 200 Euro
gesamt: 1829 Euro (Wahrlich kein Schnäppchen aber toll war es)
Ob wir noch mal wieder kommen bleibt offen. Für uns definitiv ein Vielleicht!