
Fröhliche Menschen sind dem Grinch ein Graus. Das haarig plüschige grüne Wesen mit einem Herz aus Stein wohnt in einer Höhle hoch oben auf dem Berg. Insbesondere um die Weihnachtszeit geraten die Menschen in seiner Umgebung, in die von ihm verabscheute Feierlaune. So viel Freude und Aufregung ist für das übellaunige Wesen nur schwer zu ertragen. Natürlich gab es schon immer kleine Grinchs und kleine Weihnachtselfen unter uns, doch schauen wir uns einmal an, wie sich das Weihnachtsfest entwickelte.
In manchen Familien ist Weihnachten ist bunt und laut, manchmal auch ein bisschen anstrengend. Es wird viel gegessen, n und oft auch gestritten. Gegen Mittag noch wohlgemeinte Weihnachtswünsche, am frühen Abend von ersten Verzweiflungsrufen abgelöst, werden zu mitternächtlicher Stunde zu beschwipst bissigen Drohungen – man werde nächstes Jahr einfach nach Australien fliegen. Wohlige Gemütlichkeit verbreiten da lediglich die Weihnachtslieder, die im Radio ertönen und das Lichtermeer, das bei Dunkelheit überall leuchtet.
Der Wunsch nach Ruhe und Frieden ist nie so groß wie an Weihnachten. Auch der Grinch wünscht sich nichts mehr als das – Ruhe und Frieden in dieser Zeit. Doch die Festivitäten der Menschen machen ihm einen Strich durch die Rechnung. Der Grinch heckt daher einen besonders hinterhältigen Plan aus. Er verkleidet sich als Weihnachtsmann und beschließt, alle Geschenke zu klauen. Damit möchte er der feierlichen Stimmung unter den Mitmenschen ein Ende bereiten.
In unserer hektischen, reizüberfluteten Zeit haben Weihnachtsfeste inzwischen nur noch wenig mit der märchenhaften Besinnlichkeit der Geschichte zu tun. Natürlich gibt es Ausnahmen mit gemütlichen und familiären Weihnachtsabenden. Alljährliche Kirchgänge und dem Besuch des Weihnachtsmarktes zum Advent erinnern an ein friedliches Zusammenleben und versetzen den Betrachter in eine andere Zeit. Eine Zeit, die scheinbar weniger hektisch und weniger pompös war.
Vergleicht man ein typisches Fest im Jahre 2015 mit einem Christfest vor 100 Jahren, werden viele Unterschiede deutlich. Dennoch gibt es viele Traditionen, die bis heute Bestand haben. Die Geburt Jesu Christi in der Heiligen Nacht wurde um 1900 als kirchliches Fest traditionell begangen. Die Feierlichkeiten begannen, wie heute, bereits Heiligabend am 24. Dezember. Statt mit Lichterkette und Glaskugeln wurde der Christbaum einfach mit Weihnachtsgebäck, Nüssen, Äpfeln und Silberpapier geschmückt.
Spielzeug, Lichterschmuck und Festtagsbraten steckt der Grinch in seinen Sack und schleppt die Beute in seine heimische Höhle. Nach vollbrachter Untat erhofft er sich die langersehnte Ruhe. Doch das Ungetüm wird enttäuscht. Denn den Bewohnern geht es nicht um bunte Beleuchtung und grelle Geschenke, sondern darum, Freude zu teilen und Zeit miteinander zu verbringen. Sie feiern trotz fehlender Dekoration ihr Weihnachtsfest. So viel Liebe lässt selbst den Grinch nicht kalt. Sein bisher zu kleines Herz wächst und veranlasst ihn dazu, alle Geschenke zurückzugeben. Am Ende feiert er gemeinsam mit den Bewohnern den Heiligen Abend.
Die Geschichte jährt sich nun schon zum 49ten Male und ruft uns den eigentlichen Sinn von Weihnachten ins Gedächtnis: Zeit mit den Menschen zu verbringen, die uns am Herzen liegen. Ich finde es sollte jeder mal intensiv darüber nachdenken ob
„ein klein bisschen weniger doch so viel mehr sein kann“
