Chaos im Märchenland

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Ganz viele Dinge sollen sie lernen die lieben Kleinen und wir Eltern sollen ihnen die Richtung weisen und gute Vorbilder sein. Ermutigung, Motivation und Helfen stehen da ganz oben auf der Liste.

Klingt anstrengend, nervig und kraftraubend? Ja so ist es auch und vielleicht manchmal treibt es uns ein klein wenig in den Wahnsinn und dann ist die Sache mit dem Spaß schnell vergessen. Aber so weit muss es nicht kommen, es macht unheimlich Spaß zu sehen wie sie begierig alles aufsaugen, wie sie von ihrer Umwelt lernen, wie sie die Welt entdecken und uns Erwachsenen ganz oft die Augen öffnen.

Kinder, gerade Kleinkinder, tun Dinge nicht mit bösem Willen oder Wissen, diese Dinge passieren aus Affekt, weil sie von ihren Emotionen gesteuert werden und das Wort Vernunft bei ihnen noch gar nicht existiert. Oftmals können sie unsere hochgesteckten Erwartungen gar nicht erfüllen, weil sie über den ganzen Tag zu viel erlebt haben und von den Eindrücken förmlich erschlagen sind, die Müdigkeit die Oberhand bekommen hat oder der Hunger so groß ist das sie einfach nicht anders können.

Anfangs weinen sie, wenn du aus dem Raum gehst, in der nächsten Phase werfen sie sich mit einem roten Kopf auf den Boden und trommeln und schreien nur weil mal NEIN gesagt wurde. Auch gibt es den Zeitpunkt wo Gegenstände geworfen werden oder anderen Kindern einfach kreischend das Spielzeug (welches Monate nicht angesehen wurde) aus den Händen gerissen wird. Heute ist Mama toll und Papa blöd, in ein paar Tagen drehen wir das einfach um ist ja viel spannender für die Erwachsenen.

Ich muss euch sagen, das ist normal und auch gut so, dadurch lernen sie mit verschiedenen Situationen umzugehen und als Eltern ist man dadurch nicht schlecht und man ist daran auch nicht schuld. (Wir wollen es nicht wahrhaben, aber… wir waren alle mal so). Und um nicht im totalen Chaos seiner Zwerge zu enden muss man nur ein paar kleine Dinge beachten.

Schraubt die eigenen Erwartungen etwas herunter, Kleinkinder haben den Vorteil erst garkeine Erwartungen zu haben. Haushalt darf mal liegen bleiben, die Wäsche läuft nicht davon. Und vielleicht ist so ein Schontag (wir machen heute mal nichts) in der Woche ganz gut für alle um zufriedener und gelassener zu werden. Kinder erinnern sich nicht an den geputzten Haushalt, oder die Geschenke, oder das 3 Gänge Menü täglich,.. nein sie erinnern sich an die Zeit mit Mama und Papa. Und wer überfordert ist kann dies ruhig zugeben ist gibt Hilfe die man in Anspruch nehmen kann, nur muss man den ersten Schritt selbst machen, denn hellsehen kann noch keiner und angenommene Hilfe verschafft mehr Zeit mit den Zwergen!!!!

Damit die Zwerge nicht in Panik geraten weil ihr mal auf’s Klo wollt (allein) gewöhnt sie daran ihnen kurz bevor ihr den Raum verlasst zu sagen wo ihr hingeht, das gibt ihnen ein Gefühl von Sicherheit und man kann dann ohne Geschrei den Raum verlassen, klar funktioniert das nicht auf Anhieb aber es wird von mal zu mal besser. Und bindet sie zum Beispiel beim Müll raustragen mit ein und wenn es nur das Werbeprsopekt von letzter Woche ist und der Weg 3 mal so lange dauert, egal sie waren dabei und konnten helfen und lernen so spielerisch Verantwortung zu obernehmen. Lasst sie beim Tischdecken helfen, ja sie tragen jedes Teil einzeln und stellen es ohne Sinn wahllos auf den Tisch, egal auch das macht sie stolz und das Essen was Mama gekocht hat schmeckt doppelt so lecker.

Da ist sie die Forderung an die Eltern, sei Vorbild, Tröster, Motivator, Unterstützer und Helfer und zeige ihnen immer wieder die gleichen Dinge und erkläre immer wieder wie es funktioniert. Kinder brauchen positive Formulierungen, sie finden es toll wenn man ihnen sagt, was sie tun drüfen und nicht was sie nicht tun sollen. Es raubt die Kräfte und es ist anstrengend ohne Frage und ja es ist völlig in Ordnung wenn Mama und Papa auch mal den Weg des geringeren Widerstandes gehen. Das darf man ohne zu denken, dass gleich alle Prinzipien der Erziehung über den Haufen geworfen wurden. Eltern müssen sich bewußt werden, dass man sich nicht ständig etwas beweisen muss, manchmal muss man zum Selbstschutz die eigenen Nerven einfach schonen. Eltern vergessen schnell, dass es ihre eigenen hohen Anforderungen sind, die sie manchmal selbst nicht erfüllen können.

Es gibt Momente da ist es einfach besser, den anstrengenden Punkt einfach mal kurz aus dem Blickfeld zu lassen, damit wieder etwas ruhe einkehrt. Klar muss das Kind lernen das es zu bestimmten Umständen gewisse Dinge einfach nicht haben darf, gut dann räumt es für eine Weile weg und es wird das Interesse daran verlieren.

Geschenke sind toll aber nur wenn es die eigenen sind oder? Macht das Kind nicht darauf aufmerksam wenn es auf einen Geburtstag geht und man ein Geschenk überreicht. Packt das Geschenk alleine ein und tut es vielleicht schon vorher ins Auto, Kinder wollen nicht einpacken und dann tagelang das Geschenk anstarren, sie wollen es viel lieber auspacken. Damit aber das Kind auch aktiv an der Gestaltung teilnehmen kann, lasst es ein Bild dazu malen, funktioniert bei uns toll.

Guten Tag und auf Wiedersehen, das gehört zu Leben wie Bitte und Danke. Aber vielleicht reicht auch manchmal nur ein Winken aus der Ferne oder ein Hallo oder Tschüss von weiten. Viele Kleinkinder haben eine riesen Scheu davor ad hoc vor vielen Menschen spontan zu funktionieren und damit es nicht schon von Anfang an oder dann eben die ganze Rückfahrt Geschrei und Gequengel gibt einfach mal abwägen was gerade besser ist und das mit dem Knigge einfach später wenn alle entspannt sind wieder in Angriff nehmen.

Die Zwerge sollen aus logischen Konsequenzen etwas lernen und es das nächste Mal ein bisschen besser zu machen. Unser Verhalten soll keine Angst vor unseren Strafen verbreiten oder gar noch vor uns selbst. Sie sollen zu ihren Missgeschicken stehen und sich trauen, uns immer zu sagen, wenn etwas Dummes passiert ist. Sie sollen immer zu uns kommen können und sich nicht vor unfairen Strafen, Po-, Händeklapsern oder Brüllattacken fürchten müssen. Sie sollen aber auch lernen Verantwortung zu übernehmen. Sie sollen wissen, dass wir Eltern Abmachungen und Regeln kontrollieren und sie auch einfordern, denn wenn wir das tun, brauchen wir nämlich gar nicht mehr so viele davon und wir als Eltern begreifen das Erziehung Spaß macht und nicht unzählige Stafen und sture Regeln beinhaltet.

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