Ein Asperger-Autist und sein Umgang mit Gefühlen

Ich bin 46 Jahre alt und lebe mit dem Asperger-Syndrom, einer Form des Autismus-Spektrums. Menschen mit Asperger erleben die Welt oft anders als neurotypische Personen, besonders wenn es um den Umgang mit Gefühlen geht. Ich kann meine eigenen Emotionen manchmal nur schwer benennen und ausdrücken. Gefühle wie Freude, Trauer oder Wut sind für mich zwar vorhanden, doch sie äußern sich oft nicht so offen oder deutlich, wie es bei anderen Menschen der Fall ist.

Im Alltag hilft es mir, Routinen einzuhalten und mir Zeit zu nehmen, um über meine Gefühle nachzudenken. Ich nutze schriftliche Notizen oder Skalen, um festzuhalten, wie ich mich fühle. Die Kommunikation über Emotionen fällt mir leichter, wenn ich dabei auf konkrete Beispiele oder Situationen Bezug nehmen kann. Für mein Umfeld ist es manchmal eine Herausforderung, meine Gefühlslage einzuschätzen, da ich selten starke emotionale Reaktionen zeige. Dennoch bin ich empathisch und bemühe mich, auf die Gefühle anderer einzugehen – allerdings oft auf meine eigene, ruhige und analytische Weise.

Therapeutische Unterstützung und der Austausch mit anderen Autisten haben mir geholfen, eigene Gefühle besser zu verstehen und zu akzeptieren. Besonders die Offenheit meiner Freunde und Familie, die gezielt nachfragen und Geduld zeigen, erleichtert mir die emotionale Kommunikation. Es zeigt, dass der Umgang mit Gefühlen bei Asperger-Autisten individuell und vielschichtig ist, aber mit Verständnis und geeigneten Strategien gelingen kann.

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