Wenn man sich selbst nicht mehr kennt. Viele Autisten haben das Gefühl, sich selbst fremd zu sein. Das ist keine Seltenheit sondern eine Folge der Anpassung. Man durchläuft eine Phase des neu ordnen. Was war die Anpassung? Was war echte Überforderung? Was war ein echtes ich? Welche Freundschaften waren echt? Wurde ich nur akzeptiert wie ich mich angepasst habe? Zum ersten Mal ergibt vieles Sinn und das eigene Leben wirkt wie ein Mosaik, das sich Stück für Stück neu zusammensetzt. Viele erkennen, wie lange sie funktionieren mussten, um akzeptiert zu werden und wie selbstverständlich diese Anpassung über die Jahre geworden ist. Viele verstehen auch, warum sie als Kinder noch mutiger oder rebellischer waren und später ruhiger wurden, weil Abweichung nicht sicher war.
Mit der Diagnose entsteht zum ersten Mal Raum für Selbstmitgefühl. Man darf sich entfalten, neu kennenlernen und langsam ausprobieren, was im Alltag wirklich gut tut. Es muss nichts abrupt verändert werden. Ein langsamer Prozess kann sicherer sein und mehr Stabilität geben. Viele finden in dieser Zeit ein Ich, das vorher keinen Platz hatte und jetzt langsam sichtbar werden darf. Den Verständnis hört nicht bei der Diagnose auf, sondern fängt dort erst an.

Leider immer noch in vielen Familien Realität, wenn man nicht darüber spricht fällt es vielleicht nicht auf. Aber genau das hilft einem Asperger Autisten am wenigsten!
